Das Wichtigste in Kürze
Wenn Kanzleien uns ansprechen, geht es fast nie um mehr Mandate. Es geht um Zeit. Eine Website, die Rechtsgebiete in der Sprache der Mandanten erklärt, den Ablauf eines Mandats zeigt und vor dem Termin sagt, welche Unterlagen gebraucht werden, nimmt dem Sekretariat Anrufe ab und verkürzt jedes Erstgespräch. Nebenbei bleiben die Anfragen zu Themen aus, die Sie gar nicht bearbeiten.
01Das Problem ist selten die Zahl der Anfragen
In den Gesprächen mit Kanzleien hören wir immer wieder dieselbe Schilderung. Das Telefon klingelt oft genug. Nur geht ein beträchtlicher Teil der Gespräche für Dinge drauf, die nichts mit anwaltlicher Arbeit zu tun haben: Jemand erkundigt sich nach einem Rechtsgebiet, das die Kanzlei nicht bearbeitet. Jemand will wissen, was ein Erstgespräch kostet. Jemand erscheint zum Termin ohne den Vertrag, um den es geht, und man vertagt sich.
Jeder dieser Vorgänge dauert für sich genommen nur ein paar Minuten. Zusammengerechnet sind es Stunden pro Woche, die in der Kanzlei an keiner Akte ankommen. Und anders als die Zahl der Mandate lässt sich dieser Posten tatsächlich beeinflussen, und zwar über die Seite, die ohnehin jeder Mandant vor dem ersten Kontakt aufruft.
Das ist der eigentliche Hebel beim Webdesign für Rechtsanwälte. Nicht lauter werden, sondern vorher klären.
02Rechtsgebiete so beschreiben, dass Mandanten sich selbst einordnen
Auf den meisten Kanzlei-Seiten stehen die Rechtsgebiete als Liste: Arbeitsrecht, Familienrecht, Erbrecht, Verkehrsrecht. Fachlich korrekt und für den Laien praktisch wertlos. Wer gerade eine Abmahnung bekommen hat, sucht nicht nach „Arbeitsrecht“. Er sucht nach dem, was ihm passiert ist.
„Arbeitsrecht“
- Der Mandant muss raten, ob sein Fall dazugehört
- Die Unsicherheit wird am Telefon geklärt, nicht auf der Seite
- Alle Kanzleien im Ort haben dieselbe Liste
- Bei Google konkurrieren Sie mit jedem anderen Arbeitsrechtler
„Kündigung erhalten“, „Aufhebungsvertrag prüfen“, „Abmahnung“
- Der Mandant erkennt seinen Fall und weiß sofort, dass er richtig ist
- Jedes Anliegen bekommt eine eigene Seite mit Ablauf, Fristen und Unterlagen
- Google findet Sie über die Suche, die Mandanten wirklich eingeben
- Das Erstgespräch beginnt beim Sachverhalt statt bei der Zuständigkeit
Die Frist ist dabei das stärkste Argument für eine eigene Seite je Anliegen. Wer schreibt, dass die Kündigungsschutzklage binnen drei Wochen erhoben sein muss, bekommt den Anruf noch in der Frist statt danach.
03Was vor dem Erstgespräch geklärt sein sollte
Jede Frage, die auf der Website beantwortet ist, wird im Sekretariat nicht mehr gestellt. Diese sechs sind es fast immer:
| Frage des Mandanten | Was auf die Seite gehört |
|---|---|
| „Machen Sie so etwas überhaupt?“ | Anliegen statt Rechtsgebiete, und offen benannt, was die Kanzlei nicht übernimmt. |
| „Was passiert im ersten Termin?“ | Dauer, Ablauf, wer dabei ist, was am Ende feststeht. |
| „Was muss ich mitbringen?“ | Eine Checkliste pro Anliegen, zum Ausdrucken oder Abhaken. |
| „Was kostet mich das?“ | Die Systematik: gesetzliche Vergütung, Vergütungsvereinbarung, Rechtsschutz, Beratungshilfe. Ohne Zahlen, aber mit klarer Logik. |
| „Zahlt meine Rechtsschutzversicherung?“ | Wie die Deckungsanfrage läuft und wer sie stellt. |
| „Wie lange dauert das?“ | Grobe Zeitachse für die typischen Verfahren Ihrer Schwerpunkte. |
Die Frage nach den Kosten ist die heikelste und zugleich die, die am meisten Zeit frisst. Auch ohne eine einzige Zahl lässt sich erklären, wovon die Vergütung abhängt und in welchen Fällen die Rechtsschutzversicherung einspringt. Mandanten rufen danach deutlich seltener an, um genau das zu fragen.
04Die Unterlagen-Checkliste ist der stärkste Zeitsparer
Von allem, was wir für Kanzleien umsetzen, bringt dieser eine Baustein das beste Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Pro Anliegen eine kurze Liste der Dokumente, die den Fall beurteilbar machen.
Je Anliegen, nicht allgemein
Bei einer Kündigung: Arbeitsvertrag, Kündigungsschreiben mit Zugangsdatum, letzte Lohnabrechnungen. Konkret genug, dass niemand überlegen muss.
In der Terminbestätigung
Dieselbe Liste geht automatisch mit der Bestätigung raus. Dann liegt sie vor, wenn der Mandant die Mappe packt.
Sicherer Upload statt E-Mail
Wer die Unterlagen vorab verschlüsselt hochladen kann, erspart dem Sekretariat das Einscannen und Ihnen das Blättern im Termin.
Was Sie nicht brauchen
Der Hinweis, dass der komplette Ordner aus zwölf Jahren zu Hause bleiben darf, verkürzt das Gespräch ebenfalls.
Genau das haben wir für die Kanzlei Herzberg Stolley umgesetzt. Rechtsgebiete und Abläufe sind dort so aufbereitet, dass Mandanten schon vor dem ersten Termin wissen, was sie erwartet, und die Kanzlei hat deutlich weniger Rückfragen. Das Projekt sehen Sie weiter unten.
05Das Anfrageformular als Filter, nicht als Briefkasten
Ein Formular mit den Feldern Name, E-Mail und Nachricht erzeugt Arbeit. Jemand schreibt drei Sätze, das Sekretariat ruft zurück, fragt nach, notiert, leitet weiter. Ein Formular, das die richtigen Fragen stellt, erledigt diesen Schritt von allein.
- Anliegen auswählen. Dieselben Punkte wie in der Navigation. Wer hier nichts Passendes findet, merkt selbst, dass er woanders besser aufgehoben ist.
- Gegenseite benennen. Unverzichtbar für die Kollisionsprüfung, und zwar bevor jemand Details erzählt.
- Frist oder Termin. Ein Datumsfeld entscheidet darüber, ob die Anfrage heute oder nächste Woche bearbeitet wird.
- Bisheriger Schriftwechsel. Liegt schon ein Schreiben der Gegenseite vor, ein Bescheid, eine Klage?
- Rechtsschutzversicherung. Ja, nein, unbekannt. Spart die Nachfrage und steuert, was im Erstgespräch zu klären ist.
06Berufsrecht: die Punkte, die in der Umsetzung auffallen
Das Berufsrecht kennen Sie besser als jede Agentur. Trotzdem sind es in der Praxis immer dieselben vier Stellen, an denen eine neue Kanzlei-Website nachgebessert werden muss:
- Sachlichkeit. § 43b BRAO erlaubt Werbung, soweit sie sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet und nicht auf ein Mandat im Einzelfall gerichtet ist. Eine verständliche Erklärung des Ablaufs ist Information, ein Countdown mit Rabatt nicht.
- Fachanwaltsbezeichnung. Den Titel darf nur führen, wem er verliehen wurde. Für alles andere bleiben Formulierungen wie Tätigkeits- oder Interessenschwerpunkt.
- Verschwiegenheit. Referenzen, Fallbeispiele und Mandantenzitate gehen nur mit ausdrücklicher Einwilligung und ohne Rückschluss auf das konkrete Mandat. Viele Kanzleien verweisen deshalb lieber auf ihr Google-Unternehmensprofil, als einzelne Mandanten zu zitieren.
- Erfolgsangaben. Quoten und Erfolgsversprechen sind heikel, weil sie sich kaum belegen lassen und schnell irreführend wirken. Konkrete Verfahrensabläufe wirken ohnehin überzeugender.
Wo Mandantenstimmen berufsrechtlich heikel sind, hilft ein Blick darauf, wie Unternehmen aus anderen Branchen über ihre Zusammenarbeit sprechen: In den Videos unter diesem Artikel tun sie genau das.
Praktisch heißt das: Die Seite darf klar, modern und verständlich sein. Sie darf nur nicht so klingen, als würde um ein einzelnes Mandat geworben.
Kundenstimmen im Video ansehen
07Gefunden werden: Rechtsgebiet mal Ort
Mandanten suchen fast immer in derselben Form: Anliegen plus Stadt. Fachanwalt Arbeitsrecht Lübeck. Scheidung Anwalt Hamburg. Genau deshalb reicht eine einzelne Seite mit allen Rechtsgebieten nicht aus. Jedes Rechtsgebiet braucht eine eigene Seite, auf der der Ort auch vorkommt.
Dazu kommt das Google-Unternehmensprofil, das bei Suchen mit Ortsbezug über den Ergebnissen steht. Für Kanzleien zählen dort vor allem aktuelle Öffnungszeiten, echte Fotos der Räume und ein geregelter Umgang mit Bewertungen. Welche Stellschrauben es sonst noch gibt, steht in unserem Beitrag zur lokalen SEO.
Der dritte Weg sind Beiträge zu konkreten Mandantenfragen. Wer erklärt, welche Fristen nach einer Kündigung laufen oder wie eine Deckungsanfrage bei der Rechtsschutzversicherung abläuft, wird von Menschen gefunden, die noch gar nicht nach einem Anwalt gesucht haben. Ob Ihre Seite dafür technisch überhaupt lesbar ist, zeigt unser kostenloser Webseiten-Check.
08Wovon der Preis abhängt
Eine Einzelkanzlei mit zwei Schwerpunkten ist schneller umgesetzt als eine Sozietät mit zehn Berufsträgern und eigener Mandantenakte. Diese Punkte entscheiden über den Aufwand:
- Anzahl der Anliegen-Seiten: Je feiner Sie Ihre Rechtsgebiete aufschlüsseln, desto mehr Einzelseiten entstehen.
- Checklisten und Ablaufdarstellungen: Pro Anliegen eine eigene, inhaltlich abgestimmte Liste.
- Vorqualifizierendes Formular: Einfaches Kontaktfeld oder mehrstufige Abfrage mit Kollisionsprüfung.
- Sicherer Dokumentenupload: Verschlüsselte Übertragung und Anbindung an Ihre Kanzleisoftware.
- Berufsträger und Standorte: Jedes Profil mit Werdegang, Schwerpunkten und Erreichbarkeit.
Wir gehen diese Punkte im Erstgespräch durch und nennen Ihnen danach einen festen Preis.
09Häufige Fehler auf Anwalts-Websites
✕So entsteht zusätzliche Arbeit
- Rechtsgebiete als bloße Aufzählung, ohne ein einziges konkretes Anliegen
- Juristendeutsch dort, wo der Mandant seinen Fall wiedererkennen soll
- Kein Wort zu Ablauf, Fristen und Unterlagen
- Zum Thema Kosten steht nur „sprechen Sie uns an“
- Kontaktformular mit drei Feldern, das jede Anfrage gleich aussehen lässt
- Symbolbilder von Waage, Hammer und Paragrafenzeichen statt der eigenen Räume
✓So spart die Seite Zeit
- Je Anliegen eine Seite mit Ablauf, Frist und Unterlagenliste
- Die Sprache der Mandanten, fachlich sauber dahinter
- Offen benannt, welche Themen die Kanzlei nicht übernimmt
- Die Vergütungssystematik erklärt, auch ohne Zahlen
- Formular mit Anliegen, Gegenseite, Frist und Rechtsschutz
- Echte Fotos der Kanzlei und der Berufsträger
Fazit
Webdesign für Rechtsanwälte zahlt sich nicht in erster Linie über neue Mandate aus, sondern über die Stunden, die nicht mehr für Rückfragen draufgehen. Eine Kanzlei-Website, die nach Anliegen statt nach Rechtsgebieten gegliedert ist, den Ablauf zeigt und vorher sagt, welche Unterlagen gebraucht werden, nimmt dem Sekretariat Anrufe ab, hält unpassende Anfragen fern und sorgt dafür, dass Mandanten vorbereitet im Termin sitzen. Wenn Sie wissen wollen, welche Ihrer wiederkehrenden Fragen die Seite übernehmen könnte, sprechen wir zwanzig Minuten darüber.




