Das Wichtigste in Kürze
Die Website eines Maklers verkauft keine Immobilien, das übernehmen die Portale. Sie verkauft Verkaufsaufträge. Ihr eigentlicher Leser ist deshalb nicht der Käufer, sondern der Eigentümer, der überlegt, ob er verkauft und wem er das zutraut. Jeder Abschnitt der Seite sollte auf dessen Fragen antworten: Was ist meine Immobilie wert, wie läuft der Verkauf, wie lange dauert es, und warum Sie?
01Ihre Website verkauft keine Immobilien, sondern Aufträge
Auf fast jeder Maklerseite steht die Objektliste im Mittelpunkt. Das ist verständlich und trotzdem die falsche Reihenfolge. Käufer finden Objekte über die großen Portale, dort suchen sie, dort filtern sie, dort melden sie sich. Ihre eigene Seite erreichen sie meist erst, wenn sie den Namen schon kennen.
Wer Ihre Seite dagegen gezielt aufruft, ist in aller Regel jemand mit einer Immobilie: der Eigentümer, der ein Haus geerbt hat. Das Paar, dessen Kinder ausgezogen sind. Der Vermieter, der die Wohnung loswerden will. Diese Menschen bringen den Auftrag mit, von dem Ihr Geschäft lebt, und sie entscheiden sich binnen weniger Minuten, ob sie Ihnen zutrauen, ihr größtes Vermögen zu verkaufen.
Eine Maklerseite, die nur Objekte zeigt, lässt diese Besucher ohne Antwort stehen. Sie sehen, was Sie im Angebot haben, aber nicht, wie Sie arbeiten.
02Die Fragen, die Eigentümer wirklich haben
Bevor jemand einen Makler beauftragt, geht ihm immer dieselbe Reihe von Fragen durch den Kopf. Jede davon verdient einen sichtbaren Platz:
| Frage des Eigentümers | Was Ihre Seite dazu zeigen sollte |
|---|---|
| „Was ist meine Immobilie wert?“ | Der Einstieg überhaupt. Wie Sie bewerten, worauf Sie schauen, und ein einfacher Weg zur Einschätzung. |
| „Was kostet mich der Verkauf?“ | Die Systematik der Provision und wer sie trägt. Ohne Zahlen, aber nachvollziehbar. |
| „Wie lange dauert das?“ | Eine realistische Zeitachse von der Bewertung bis zum Notartermin. |
| „Welche Unterlagen brauche ich?“ | Grundbuchauszug, Energieausweis, Teilungserklärung, Grundriss. Als Liste zum Abhaken. |
| „Was machen Sie anders?“ | Konkret: professionelle Fotos, Grundrisse, Besichtigungskonzept, Bonitätsprüfung der Interessenten. |
| „Haben Sie so etwas schon verkauft?“ | Referenzobjekte aus der Lage und der Preisklasse des Eigentümers. |
Wer diese sechs Punkte beantwortet, braucht auf der Startseite kaum noch Werbesprache. Die Antworten selbst sind das Verkaufsargument.
03Objekte zeigen, die den Eigentümer überzeugen
Referenzobjekte auf der eigenen Seite haben eine andere Aufgabe als Objekte im Portal. Im Portal sollen sie Käufer anziehen. Auf Ihrer Seite sollen sie einem Eigentümer zeigen, wie seine Immobilie bei Ihnen dargestellt würde.
Große Bildstrecken
Nicht vier Briefmarken, sondern durchgängige Aufnahmen in voller Breite. Der Eigentümer soll sein eigenes Objekt so sehen wollen.
Grundriss und Lage
Ein sauber gezeichneter Grundriss wirkt professioneller als jedes Adjektiv über Ihre Arbeitsweise.
Verkaufte Objekte sichtbar lassen
Als Referenz mit dem Vermerk „verkauft“. Sie belegen Erfahrung in genau der Lage, aus der die nächste Anfrage kommt.
Schnell auf dem Handy
Objektseiten sind bildlastig. Ohne saubere Komprimierung springen Besucher ab, bevor das erste Foto steht.
Wie wirkungsvoll eine durchdachte Bildstrecke ist, zeigt ein Projekt aus einer ganz anderen Branche: Montageservice Hobohm präsentiert Holzterrassen mit echten Projektfotos statt mit Katalogbildern. Das Prinzip ist dasselbe, das Beispiel sehen Sie unten.
04Der Weg zur Bewertungsanfrage
Niemand beauftragt einen Makler über ein Kontaktformular. Der erste Schritt ist fast immer die Frage nach dem Wert. Genau diesen Schritt sollte Ihre Seite so leicht wie möglich machen, und dabei einen Fehler vermeiden.
- Der Einstieg ist die Wertermittlung, nicht die Beauftragung. „Was ist Ihre Immobilie wert?“ ist eine Frage, die jeder Eigentümer beantwortet haben will. „Immobilie verkaufen“ ist eine Entscheidung, die noch niemand getroffen hat.
- Online-Rechner mit Bedacht einsetzen. Wer sofort eine automatische Preisspanne ausgibt, hat dem Eigentümer bereits gegeben, wonach er gesucht hat. Besser ist die Einschätzung als Gesprächseinstieg: ein erster Rahmen und ein Termin vor Ort für die belastbare Zahl.
- Wenige Felder. Adresse, Objektart, ungefähre Größe, Kontakt. Baujahr und Zustand klären Sie beim Termin.
- Sagen, was danach passiert. Wer meldet sich, wann, und was kostet es. Unsicherheit an dieser Stelle verhindert mehr Anfragen als jedes zusätzliche Feld.
Wie Auftraggeber die Zusammenarbeit mit uns erlebt haben, erzählen sie selbst in den Videos unter diesem Artikel.
05Im Stadtteil gewinnen, nicht in der Stadt
„Immobilienmakler“ plus Großstadt gehört zu den umkämpftesten Suchen überhaupt. Dort stehen Konzerne und Portale, und der Platz an der Spitze ist über Jahre gewachsen. Eine Ebene darunter sieht es völlig anders aus.
Suchen wie „Haus verkaufen“ plus Stadtteil, Vorort oder Nachbargemeinde haben weniger Suchvolumen, aber kaum ernsthafte Konkurrenz, und sie kommen von Menschen, die genau in Ihrem Einzugsgebiet eine Immobilie besitzen. Je Lage eine eigene Seite, auf der Sie den dortigen Markt beschreiben: typische Bebauung, was Käufer dort suchen, was Sie dort verkauft haben.
Dazu gehört ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, denn bei jeder Suche mit Ortsbezug steht der Kartenbereich über den normalen Treffern. Welche Signale dort zählen, steht in unserem Beitrag zur lokalen SEO. Wichtig dabei: eine Seite pro Lage, in der wirklich etwas über diese Lage steht. Zwanzig fast gleiche Seiten mit ausgetauschtem Ortsnamen erkennt Google, und dann rankt keine davon.
Kundenstimmen im Video ansehen
06Anbindung an Ihre Maklersoftware
Objekte zweimal pflegen, einmal in der Software und einmal auf der Website, macht niemand lange mit. Nach drei Wochen ist die Seite veraltet. Die gängigen Systeme bieten deshalb Schnittstellen an, über die Objekte automatisch auf die Website laufen.
- Sie pflegen weiter nur in Ihrer Software. onOffice, Propstack oder FlowFact bleiben die eine Quelle, die Seite zieht nach.
- Jedes Objekt bekommt eine eigene Adresse. Also eine eigene URL mit sprechendem Namen, damit Google die Objektseite überhaupt aufnehmen kann.
- Strukturierte Daten mitliefern. Wohnfläche, Zimmer, Baujahr und Energiekennwert maschinenlesbar, damit Suchmaschinen die Eckdaten direkt anzeigen.
- Verkaufte Objekte sauber abwickeln. Entweder sichtbar als Referenz behalten oder sauber weiterleiten, damit keine Fehlerseiten entstehen.
07Wovon der Preis abhängt
Ein Einzelmakler mit fünfzehn Objekten im Jahr braucht etwas anderes als ein Büro mit mehreren Standorten und automatischem Objektimport. Darauf kommt es an:
- Schnittstelle zur Maklersoftware: Automatischer Import oder Objekte von Hand gepflegt.
- Zahl der Lagen: Jede Stadtteil- oder Ortsseite braucht eigene Inhalte und eigene Marktkenntnis im Text.
- Wertermittlung: Einfaches Anfrageformular oder eingebundene Bewertungsstrecke.
- Bildmaterial: Liegen professionelle Objektfotos und Grundrisse vor, oder muss das erst entstehen?
- Vermietung und Gewerbe: Zusätzliche Geschäftsfelder bedeuten zusätzliche Zielgruppen auf der Seite.
Wir klären diese Punkte im Erstgespräch und nennen danach einen festen Preis.
08Häufige Fehler auf Maklerseiten
✕So bleiben Verkaufsaufträge aus
- Die Startseite ist eine Objektliste, Eigentümer kommen darin nicht vor
- Kein Wort darüber, wie ein Verkauf bei Ihnen abläuft
- Verkaufte Objekte verschwinden spurlos, damit auch jeder Beleg für Erfahrung
- Stockfotos von Schlüsseln und Modellhäusern statt der eigenen Objekte
- Dutzende Ortsseiten, auf denen nur der Ortsname ausgetauscht wurde
- Objektfotos ungebremst in Originalgröße, die Seite braucht Sekunden
✓So kommen Eigentümer auf Sie zu
- Eine eigene Strecke für Verkäufer, vom Wert bis zum Notartermin
- Referenzobjekte mit großen Bildern, Grundriss und Lage
- Unterlagenliste und Zeitachse für den Verkauf
- Bewertungsanfrage als erster, kleiner Schritt
- Je Lage eine Seite mit echter Marktkenntnis
- Objekte automatisch aus der Maklersoftware, jedes mit eigener Adresse
Fazit
Webdesign für Immobilienmakler beginnt mit der Entscheidung, für wen die Seite gemacht ist. Käufer bringen die Portale, Verkaufsaufträge bringt Ihre eigene Website, und die gewinnt sie nur, wenn Eigentümer dort ihre Fragen beantwortet finden: Wert, Ablauf, Dauer, Unterlagen und der Beleg, dass Sie in ihrer Lage schon verkauft haben. Dazu eine Seite je Stadtteil statt einer Schlacht um die ganze Stadt. Wenn Sie wissen wollen, wie das für Ihr Einzugsgebiet aussieht, sprechen wir zwanzig Minuten darüber.









